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Willkommen beim Internet Angebot der interdisziplinären deutschsprachigen Liste "Menschliches Verhalten in evolutionärer Perspektive".Sie finden auf diesen Seiten eine Liste mit Adressen von Forschern und Personen verschiedener Teildisziplinen, die im Bereich des menschlichen Verhaltens im Kontext der Evolutionstheorie arbeiten. Desweiteren bieten wir aktuelle Informationen, Termine, Buecher und Texte zum Thema.

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Aktuelle Nachrichten / News:

2. Call for papers 18. MVE-Tagung 2018 in Frankfurt a. M. (Organisation Anke Kuper)

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THEMA 2018: LEBENSZYKLUS & ALLTAG KEYNOTES "ÄPFEL VERGLEICHEN" AN-
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AN-
REISE
UNTER-
KUNFT
  IRENÄUS EIBL-EIBESFELDT  -  RÜCKBLICK & WÜRDIGUNG  
 

Ort:  Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt, Humanethologisches Filmarchiv
Zeit:  21. - 23. September 2018
Motto:  Lebenszyklus & Alltag
Organisation:  Anke Kuper

 

Irenäus Eibl-Eibesfeldt - Rückblick & Würdigung

Anlässlich des Todes von Irenäus Eibl-Eibesfeldt am 2. Juni 2018 widmen wir ihm und seinem Leben und Arbeiten eine zusätzliche Sektion der Tagung, die Kolleginnen und Kollegen, die sein Wirken begleitet haben, Gelegenheit zu Rückblick und Würdigung gibt.

Mit Beiträgen von: Christoph Antweiler, Barbara Fruth, Gabriele Herzog-Schröder, Gottfried Hohmann, Anke Kuper, Wulf Schiefenhövel, Christa Sütterlin und anderen.
 

 

Schwerpunktthema: Lebenszyklus & Alltag in Evolutionärer Perspektive

Mit dem Themenvorschlag zur diesjährigen Tagung der MVE-Liste wollen wir den menschlichen Alltag und individuelle Lebensgeschichten in den Blick nehmen. Tägliche Routine, Arbeit und Bewegung, psychische und physische Anforderungen verschiedener Lebensweisen und Lebensphasen und deren Variabilität sind maßgebliche Aspekte menschlicher Evolution.

Unsere Evolution ist die Geschichte unserer Arbeit: Jeden Tag, ein Leben lang, verbringt ein Tier mit Nahrungserwerb, sozialer und Reproduktionsarbeit und Regeneration. Beim Menschen variieren die Anteile dieser Aufgaben am Alltag, die Art der Tätigkeiten, der jeweilige energetische Aufwand und die mit ihnen verbundenen kognitiven, emotionalen und physischen Beanspruchungen stark - im Lauf der Menschheitsgeschichte, bei verschiedenen Gruppen, bei verschiedenen Individuen, in verschiedenen Lebensphasen. Welches sind hierbei spezifisch menschliche Grundmuster und wie sind sie am Wechselspiel der biokulturellen Evolution beteiligt?

Was wissen wir heute über den Alltag in der Geschichte der Mensch-Umwelt-Interaktion, über Arbeit, Muße und Ruhe, über Arbeits- und Regenerationszeiten und Arbeitspensa, über psychische und physische Beanspruchungen und Gesundheit, über Haltung, Motorik, Mobilität oder Aktivitätsradien? Welche Wechselwirkungen bestehen zwischen Arbeitsrhythmen und biologischen Rhythmen? Welche Aspekte täglicher Aktivität in den verschiedenen Lebenszyklusphasen eines Individuums bilden sich dauerhaft im Körper ab? Welche Aussagepotentiale bieten neue Forschungsansätze und Methoden, etwa in Genetik und Epigenetik, oder die Einbeziehung akteurzentrierter Konzepte in die Analyse evolutionärer Prozesse? Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Alltagsgestaltung, Lebenszyklus und Ontogenese? Welche Rolle spielt dabei kulturspezifische Variabilität? Welche Auswirkungen haben Anforderungsunterschiede in bestimmten Lebensphasen wie Kindheit, Jugend oder Schwangerschaft? Wie funktioniert das Zusammenwirken motorischer und kognitiver Entwicklung? Welche kognitiven, emotionalen und sozialen Prozesse begleiten und beeinflussen Arbeits- und Bewegungsverhalten? Welche Rolle spielen Kommunikation, Kooperation und Arbeitsteilung? Und nicht zuletzt: wie macht sich unsere evolutionäre Ausstattung unter heutigen Lebens- und Arbeitsbedingungen bemerkbar?

Wir hoffen auf ein breites Spektrum an Themen und Einblicken in die aktuelle Forschung der verschiedenen Disziplinen!
Wie immer sind natürlich neben diesem Schwerpunkt auch Beiträge zu allen anderen evolutionären Themenbereichen möglich.

Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!                                                            
Verlängerte Frist zum Einreichen der Beiträge: 15. August 2018

 

 

Eingeladene Beiträge

Prof. Dr. Wulf Schiefenhövel

"Moderne Modelle der Vergangenheit und dramatischer Wandel: Zur Anthropologie und Medizin der Eipo"

Wulf Schiefenhövel ist Leiter der Gruppe Humanethologie am MPIO, Starnberg-Seewiesen, und Professor für Humanethologie am Institut für Psychologie der Universität Innsbruck. Erste Feldarbeit in Neuguinea 1965/66, seither fortlaufende Forschungsprojekte, vor allem bei den Eipo im Hochland der Provinz Papua, Indonesien, zu medizinischen und anthropologischen, in den letzten Jahren in Zusammenarbeit mit Marian Vanhaeren (CNRS und Universität Bordeaux) auch ethnoarchäologischen Themen. Mit Martin Brüne Herausgeber des "Oxford University Press Handbook of Evolutionary Medicine" (im Druck).

Homepage von Wulf Schiefenhövel am MPIO

 

Prof. Dr. Ursula Wittwer-Backofen

"The Urban Challenge - Health indicators of environmental stress and adaptation throughout humankind"

Dr. Ursula Wittwer-Backofen is a Professor in Biological Anthropology at the Medical Faculty at the University of Freiburg, Germany. She studied Biology, Physical Anthropology, Chemistry and near Eastern Archaeology at the University of Berlin (Freie Universität), Mainz and Heidelberg.
Her main topics are in evolutionary history of health and disease, interactions between humans and their environment, human adaptability, and forensic anthropology. She got her experience as a research assistant in the Anthropological Departments of the Universities of Mainz and Gießen, where she later received her venia legendi for Human Biology/Anthropology in 1998. Her work modeling ancient population environment history by demographic and biological mixed methods approaches was amplified by her work at the Max Planck Institute of Demographic Research in Rostock.
Since 2002 she is a full Professor in Biological Anthropology at the Medical Faculty in Freiburg. Her special interest is in interdisciplinary approaches to bridge the gaps between Life Sciences and Humanities, documented in her major role in the MSc Program of Interdisciplinary Anthropology and as a founding director of the Freiburg University Centre for Medicine and Society with a strong interest in Global Urban Health. She is a network leader of the Pan University Network of Global Health where her research activities include the complexity of mother and child health indicators.

Homepage von Ursula Wittwer-Backofen an der Universität Freiburg 

 

Session "Äpfel vergleichen: Alte und neue Methodenprobleme"

Eine eigene Session wollen wir diesmal Methodenproblemen widmen. Unter der Leitfrage "Wen oder was untersuchen wir, ... wie ... und wen oder was nicht?" wollen wir insbesondere Deutungsanspruch, Aussagekraft und mögliche Verzerrungseffekte gängiger Methodik verschiedener Disziplinen, die mit Menschen arbeiten, diskutieren.

Mögliche Themen können sowohl grundlegende Fragen als auch methodenspezifische Probleme der Forschungspraxis sein, z. B.: Charakterisierung und Abgrenzung von Untersuchungseinheiten; Bedeutung und Probleme kulturvergleichender Forschung; Rezeption und Tragweite methodischer Defizite; Forschungsartefakte durch Ethnozentrismus und Gender-Bias; Authentizität in Feld- und Laborforschung; Repräsentativität von Samples; Probleme von Internetbefragungen und -analysen; Forschungshindernisse wie interkulturelles Missverstehen, zweckgeleitete Forschung, ethische Erwägungen, etc.

Wir verstehen diese Session als ein offenes Diskussionsforum mit Kolloquiums-Charakter, das neben Themen-Vorträgen auch Gelegenheit bietet, konkrete Methodenprobleme aus der eigenen Forschung vorzustellen. Themenschwerpunkte ergeben sich entsprechend aus den eingereichten Beiträgen. Beiträge sollten hier im Pecha-Kucha-Format (maximal 20 Folien à 20 Sek.) vorgetragen werden, so dass genügend Zeit für die Diskussion zur Verfügung steht.

Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!                                                            
Verlängerte Frist zum Einreichen der Beiträge: 15. August 2018

 

Anmeldung

Sie können sich ab sofort registrieren. Bitte melden Sie sich auf der MVE-Homepage (http://www.mve-liste.de) zunächst auf der linken Seite unter "Login" auf der Seite an. In der Navigationsleiste links erscheint dann ein neuer Menüpunkt "Tagungsanmeldung". Klicken Sie diesen bitte an. Nun können Sie das Formular ausfüllen, mit dem Sie sich zur Tagung anmelden. Unter "Meine Buchungen" können Sie jederzeit Ihre Registrierung ändern / ergänzen und so auch im Nachhinein Ihren Beitrag (Vortrag oder Poster) verändern. Bei Problemen nutzen Sie bitte das "Kontaktformular" auf der linken Seite.

Die Tagung wird in deutscher und englischer Sprache stattfinden. Ihre Präsentationen, Vorträge und Poster können also deutsch- oder englischsprachig sein. Wenn Sie es bevorzugen, Ihren Vortrag auf Deutsch zu halten, kann ihre Präsentation englischsprachig sein, und umgekehrt. Auch wenn Sie Ihren Vortrag in deutscher Sprache halten werden, haben Sie die Möglichkeit, Ihren Beitrag neben deutscher auch in englischer Sprache einzureichen, so dass Internetsuchmaschinen Ihren Beitrag leichter finden und sichtbar machen können.

Letzte Frist zum Einreichen der Beiträge: 15. August 2018

 

 

Tagungsgebühren

Wie in den Jahren zuvor ist die Höhe der Tagungsgebühren vom jeweiligen Beschäftigungsverhältnis abhängig, um vor allem Nachwuchswissenschaftler_innen den Besuch der Tagung zu ermöglichen. Beschäftigte mit ganzen Stellen entrichten 60,- €, Beschäftigte mit halben Stellen 30,- € und Studierende 15,- €. Die Bezahlung der Tagungsgebühren erfolgt bar vor Ort.

 

Tagungsort und Anreise

Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt 
Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt am Main, Tel. +49 - (0) 69 - 7542 0, www.senckenberg.de  
Humanethologisches Filmarchiv, Anke Kuper, Tel. +49 - (0) 69 - 7542 1298, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

Tagungsraum:
Arthur-von-Weinberg-Haus, "Grüner Hörsaal", Eingang: Robert-Mayer-Str. 2


Öffentliche Verkehrsmittel in Frankfurt      Reiseauskunft RMV

S-Bahn Linien S3, S4, S5 und S6 - Bahnhof "Westbahnhof" (12 Min. Fußweg)
U-Bahn Linien U4, U6 und U7 - Haltestelle "Bockenheimer Warte" (5 Min. Fußweg)
Straßenbahn Linie 16 - Haltestelle "Bockenheimer Warte" (5 Min. Fußweg)
Bus Linien 32 und 36 - Haltestelle "Bockenheimer Warte" (5 Min. Fußweg) und Linie 75 - Haltestelle "Senckenbergmuseum"

Vom Hauptbahnhof:
Mit der U-Bahn Linie U4 bis Haltestelle "Bockenheimer Warte" (2 Stationen, Fahrzeit 4 Min.)

Taxi-Ruf  +49 - (0) 69 - 733 030   oder   +49 - (0) 69 - 3650 65000   oder   +49 - (0) 69 - 4800 8928
Taxistand an der "Bockenheimer Warte"


Mit dem Auto

von Süden oder Osten kommend:
Über das Frankfurter Kreuz bis zum Westkreuz Frankfurt, dann über die A 648 (Richtung "Stadtmitte" - B8/44) bis zur Messe, dort im Kreisverkehr links (Richtung "Ginnheim / Eschersheim" - B8/40). Das Museum befindet sich nach ca. 500 Metern auf der linken Seite.

von Norden oder Westen kommend:
Über das Nordwestkreuz Frankfurt auf der A 66 (Richtung "F-Miquelalle / Stadtmitte"), vor dem Autobahnende nach rechts (Richtung "Hauptbahnhof / Messe" - B8/40), und folgen Sie dem Verlauf der Vorfahrtsstraße ("Zeppelinallee"). Das Museum befindet sich nach ca. 2 km auf der rechten Seite.

Parkmöglichkeiten
Parkhaus Congresscenter Messe Frankfurt (Maritim Hotel); Theodor-Heuss-Allee 3-5; durchgehend geöffnet
Parkhaus Messeturm; Friedrich-Ebert-Anlage 49; durchgehend geöffnet
Tiefgarage WestendGate; Hamburger Allee 2; durchgehend geöffnet


Behindertenparkplätze sind aufgrund von Umbaumaßnahmen derzeit nicht fest installiert. Bitte kontaktieren Sie uns vor Ihrem Besuch. Wir werden eine Parkmöglichkeit für Sie organisieren. Ein Rollstuhl steht zur Ausleihe bereit, bitte fragen Sie das Personal vor Ort.

Blindenführhunde sind im Museum gestattet.

 

Unterkunft

Aufgrund großer Nachfrage sollten Hotels in Frankfurt so früh wie möglich gebucht werden!
Einige Hotels bieten Frühbucherrabatte, einige arbeiten auf Basis tagesaktueller Preise. Günstige Hotels und private B&B bieten Zimmer ab ca. € 35,00 an.
Auf Wunsch können wir Ihnen eine Liste weiterer Hotels zusenden. Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

NB: Die Stadt Frankfurt am Main erhebt eine Tourismusabgabe für privat Reisende (€ 2,00 pro ÜN). Berufliche Aufenthalte sind abgabebefreit; hierzu müssen Sie im Hotel Ihre Dienstanschrift und den Grund Ihres Aufenthalts angeben.


Hotels in fußläufiger Entfernung

Art-Hotel Robert Mayer
Robert-Mayer-Str. 44, 60486 Frankfurt a. M., Tel. +49 (0) 69 - 970 9100, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.arthotel-frankfurt.de
EZ ab € 86,00, DZ ab € 97,00, Wochenende: EZ € 57,00; DZ € 72,00, Preise pro Nacht/Zi., ohne Frühstück; 1 Frühstück € 7,00

Fleming's Hotel Frankfurt - Hamburger Allee
Hamburger Allee 47-53, 60486 Frankfurt a. M., Tel. +49 (0) 69 - 201 7410, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, https://www.flemings-hotels.com/hotels-residences/frankfurt/flemings-hotel-frankfurt-hamburger-allee/hotel
EZ ab ca. € 86,00 inkl. Frühstück, weitere Preise auf Anfrage

Hotel Corona Garni GmbH
Hamburger Allee 48, 60486 Frankfurt a. M., Tel. +49 (0) 69 - 77 9077, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.Hotel-corona.de
EZ € 69,00; DZ € 89,00, Preise pro Nacht/Zi. inkl. Frühstück

Novum Hotel Imperial Frankfurt
Sophienstraße 40, 60487 Frankfurt a. M., Tel. +49 (0) 69 - 719 158 80, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, https://www.novum-hotels.com/hotel-imperial-frankfurt
EZ ab € 46,00, DZ ab € 54,00, Preise pro Nacht/Zi., ohne Frühstück; 1 Frühstück € 10,90 - 12,90

aCasa Bed&Breakfast Gästehaus
Varrentrappstr. 49, 60486 Frankfurt a. M., Tel. +49 (0) 69 - 97 98 88 21, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, http://www.hotel-acasa.de/
EZ ab € 59,00, DZ ab € 79,00, Wochenende: EZ ab € 49,00, Preise pro Nacht/Zi., ohne Frühstück; 1 Frühstück € 6,00 - 9,00


Jugendherbergen

Jugendherberge "Haus der Jugend"(DJH)
Deutschherrnufer 12, 60594 Frankfurt a. M., Tel. +49 (0) 69 - 6100 150, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, http://www.jugendherberge-frankfurt.de/en/sleeping/prices/
Schlafsaal ab € 20,00, EZ € 43,00, Preise pro Person für DJH/HI-Mitglieder, Nicht-Mitglieder zzgl. € 3,50 pro Nacht, inkl. Frühstück

Frankfurt Hostel
Kaiserstr. 74, 60329 Frankfurt a. M., Tel. +49 (0) 69 - 2475 130, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, http://www.frankfurt-hostel.com
Schlafsaal ab € 25,00, EZ auf Anfrage, Preise pro Person, inkl. Frühstück

 

         

 


 

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TOPIC 2018: LIFE CYCLE & EVERYDAY LIFE KEYNOTES "COMPARING APPLES" REGISTRATION ACCESS ACCOMMODATION
  IRENAEUS EIBL-EIBESFELDT  -  RETROSPECT & TRIBUTE  

2nd CALL FOR PAPERS: 
MVE ANNUAL MEETING 2018 IN FRANKFURT / MAIN

"LIFE CYCLE  &  EVERYDAY LIFE"
 


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Location:  Senckenberg Research Institute and Natural History Museum Frankfurt, Human Ethology Film Archive
Date:  September 21 - 23, 2018
Topic:  Life Cycle & Everyday Life
Organizer:  Anke Kuper

  

 IRENAEUS EIBL-EIBESFELDT  -  RETROSPECT & TRIBUTE

On the occasion of the death of Irenaeus Eibl-Eibesfeldt on 2 June 2018 we dedicate an additional session of the meeting to him and to his life and work, as an opportunity for the colleagues, who accompanied his works, to look back and pay tribute.

Contributions by: Christoph Antweiler, Barbara Fruth, Gabriele Herzog-Schroeder, Gottfried Hohmann, Anke Kuper, Wulf Schiefenhoevel, Christa Suetterlin, and others.
 


TOPIC:

LIFE CYCLE & EVERYDAY LIFE IN EVOLUTIONARY PERSPECTIVE

This year's MVE meeting focuses on human day-to-day life and individual life histories. Daily routines, work and movement, the psychic und physical demands of different ways of life and different phases of life, and their variability are significant aspects of human evolution.

Our evolution is the history of our work. Every day, all its life, an animal is busy with food acquisition, social and reproductive work, and regeneration. In humans, the proportions of each of these tasks in a day's routine, the kind of activities, the respective energetic expenditure, and the cognitive, emotional and physical demands involved vary greatly - over the course of human history, between different groups, between different individuals and in different phases of life. What are the human-specific essential patterns and how do they contribute to the interaction of biocultural evolution?

What do we know about day-to-day-life in the history of human-environment interaction, about work, leisure and rest, about working and regeneration times and workloads, about psychic and physical demands and health, about posture and motor skills, mobility or radii of action? How do work rhythms and biological rhythms interact? Which aspects of daily activity in different phases of life of an individual leave permanent traces in the body? What is the explanatory potential offered by new approaches and methods, e. g. in genetics and epigenetics, or the integration of actor-centered concepts into the analysis of evolutionary processes? What are the connections between the characteristics of everyday life, life cycle and ontogeny? Which part does cultural variability play in this context? What are the effects of differences in challenges across specific phases of life such as childhood and youth, or pregnancy? How do cognitive and motor development interact? Which cognitive, emotional, and social processes accompany and affect work and movement? What role do communication, co-operation and division of labor play? And, last but not least, how does our evolutionary make-up make itself felt under contemporary conditions of everyday life and work?

We hope for a broad range of subjects and insights into current research from various disciplines!
As always, submissions from all other areas of the evolutionary behavioral sciences are welcome.

We look forward to your contributions!                                                                     Submission deadline: August 15, 2018

 


INVITED KEYNOTE SPEAKERS

Prof. Dr. Wulf Schiefenhoevel

"Modern models of the past and dramatic change: On Anthropology und Medicine of the Eipo"

Wulf Schiefenhoevel is Head of the Human Ethology Group at the MPIO, Starnberg-Seewiesen, and Professor of Human Ethology at the Institute of Psychology, University of Innsbruck. First Fieldwork in New Guinea 1965/66, since then ongoing research projects, mainly with Eipo in the Highlands of Papua province, Indonesia, on medical and anthropological issues; since several years in collaboration with Marian Vanhaeren (CNRS and University of Bordeaux) on ethnoarchaeological issues. Together with Martin Bruene editor of the "Oxford University Press Handbook of Evolutionary Medicine" (in press).

Wulf Schiefenhoevel's Homepage at the MPIO

  
Prof. Dr. Ursula Wittwer-Backofen

"The Urban Challenge - Health indicators of environmental stress and adaptation throughout humankind""

Dr. Ursula Wittwer-Backofen is a Professor in Biological Anthropology at the Medical Faculty at the University of Freiburg, Germany. She studied Biology, Physical Anthropology, Chemistry and near Eastern Archaeology at the University of Berlin (Freie Universität), Mainz and Heidelberg.
Her main topics are in evolutionary history of health and disease, interactions between humans and their environment, human adaptability, and forensic anthropology. She got her experience as a research assistant in the Anthropological Departments of the Universities of Mainz and Gießen, where she later received her venia legendi for Human Biology/Anthropology in 1998. Her work modeling ancient population environment history by demographic and biological mixed methods approaches was amplified by her work at the Max Planck Institute of Demographic Research in Rostock.
Since 2002 she is a full Professor in Biological Anthropology at the Medical Faculty in Freiburg. Her special interest is in interdisciplinary approaches to bridge the gaps between Life Sciences and Humanities, documented in her major role in the MSc Program of Interdisciplinary Anthropology and as a founding director of the Freiburg University Centre for Medicine and Society with a strong interest in Global Urban Health. She is a network leader of the Pan University Network of Global Health where her research activities include the complexity of mother and child health indicators.

Ursula Wittwer-Backofen's Homepage at the University of Freiburg

SESSION "COMPARING APPLES: OLD AND NEW METHODOLOGICAL PROBLEMS"

A special session at this year's meeting will focus on methodological concerns. Following the guiding question "Whom and what do we study, ... and how, ... and whom and what do we not study?" we particularly want to discuss the interpretive claims, significance and possible biases of common methodological practice in the scientific disciplines working with humans.

Possible topics are basic methodological questions or problems arising from specific methods in research, such as: characterization and demarcation of units of investigation; the significance of cross-cultural research and problems related to it; the reception of methodological deficiencies and the scope of their impact; research artefacts due to ethnocentrism and gender bias; authenticity in field work and laboratory research; sample representativeness; problems emerging from online research and internet analyses; research obstacles such as intercultural misinterpretation, purposeful research or hidden agendas, ethical considerations, and alike.

We see this session as a colloquium-like forum for open discussion including both the presentation of topics and the opportunity to discuss methodological issues from your own research. Key subjects of debate will arise from the submitted contributions. Presentations should be in PechaKucha format (max. 20 slides, 20 sec. each), so that there will be enough time for discussion.

We look forward to your contributions!                                                                     Submission deadline: August 15, 2018

REGISTRATION

Registration for the conference is now possible. Before registering for the conference, please first become a member of the MVE List by registering on the homepage of the MVE (http://mve-liste.de). You will find the login button on the left. After the login, you will find a new menu button saying "Tagungsanmeldung" in the navigation menu on the left. Please click this button. Now you can fill in the form to register for the conference. Under the item "my bookings" you can change or complete your registration at any time. You can also change your conference submission (presentation or poster). If you have any problems, please use the contact form on the left.

The conference will be held in German and English. Your presentations and posters can thus be in either English or German. If you wish to give your talk in German, your presentation slides may be in English, and vice versa. Even if you intend to give your talk in German, it is possible to submit your contribution in both English and German, so that internet search engines can find and display your submission.

Last submission deadline: August 15, 2018

CONFERENCE FEES

As for the previous conferences, conference fees depend on the position held, so that young researchers in particular can afford to attend. Conference fees are 60,- € for holders of a full position, 30,- € for holders of a half position (50%), and 15,- € for students. Payment must be made in cash at the first day of the conference.


CONFERENCE VENUE & ACCESS

Senckenberg Research Institute and Natural History Museum Frankfurt 
Senckenberganlage 25, D-60325 Frankfurt am Main, phone +49 - (0) 69 - 7542 0, www.senckenberg.de  
Human Ethology Film Archive, Anke Kuper, phone +49 - (0) 69 - 7542 1298, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

Conference room:
Arthur-von-Weinberg-Haus, "Green Lecture Hall", Entrance: Robert-Mayer-Str. 2


Public transport in Frankfurt     Travel information RMV

S-Bahn (suburban train) lines S3, S4, S5 and S6 - "Westbahnhof" station (12 min. walk)
U-Bahn (underground train) lines U4, U6 and U7 - "Bockenheimer Warte" station (5 min. walk)
Straßenbahn (tram) line 16 - "Bockenheimer Warte" stop  (5 min. walk)
Bus lines 32 and 36 - "Bockenheimer Warte" stop (5 min. walk) and line 75 - "Senckenbergmuseum" stop

From the central railway station "Hauptbahnhof":
Take the U-Bahn (underground train) line U4 to "Bockenheimer Warte" station (2 stops, 4 min.)

Taxi call  +49 - (0) 69 - 733 030   or   +49 - (0) 69 - 3650 65000   or   +49 - (0) 69 - 4800 8928
taxi stand at "Bockenheimer Warte"


By Car

Arriving from the South or East:
Drive across the motorway-junction "Frankfurter Kreuz" till "Westkreuz Frankfurt", then take the motorway A648 (towards "Stadtmitte" - B8/44) until Frankfurt Fair (Messe), turn left in the roundabout (towards "Ginnheim / Eschersheim" - B8/40). You will find the museum after 500 metres on the left.

Arriving from the North or West:
Drive across the motorway-junction "Nordwestkreuz Frankfurt" on motorway A66 (direction "F-Miquelalle / Stadtmitte"), turn right before the end of the motorway (towards "Hauptbahnhof / Messe" - B8/40), and follow the course of the street "Zeppelinallee". You will find the museum after 2 kilometres on the right.

Parking
Parking garage "Congresscenter Messe Frankfurt" (Maritim Hotel); Theodor-Heuss-Allee 3-5
Parking garage "Messeturm"; Friedrich-Ebert-Anlage 49
Parking garage "WestendGate"; Hamburger Allee 2


Due to construction works, there are no marked disabled parking spots at the moment. Please contact us before visiting the museum. We will organize a parking spot for you. A wheelchair is available if needed. Please contact any of our staff.

Guide dogs are allowed in the museum.


OVERNIGHT ACCOMMODATION

Due to a great demand, hotel rooms in Frankfurt should be booked as soon as possible!
Some hotels offer early bird discounts, some update prices on a daily basis. Low-priced hotels and private B&B offer rooms from about € 35,00.
If requested, we can provide a list with more hotels. Please contact: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

NB: The city of Frankfurt charges a tourist tax for overnight guests on private trips (€ 2.00 per day). The tax is not charged for business trips, so please state your business address and reason of stay when booking the hotel.


Hotels within walking distance

Art-Hotel Robert Mayer
Robert-Mayer-Str. 44, 60486 Frankfurt a. M., phone: +49 (0) 69 - 970 9100, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, www.arthotel-frankfurt.de  
Single room from € 86,00, Double room from € 97,00, Weekend: Single room: € 57,00, Double room: € 72,00, rates per night/room, excl. breakfast; 1 breakfast € 7,00

Fleming's Hotel Frankfurt - Hamburger Allee
Hamburger Allee 47-53, 60486 Frankfurt a. M., phone: +49 (0) 69 - 201 7410, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, https://www.flemings-hotels.com/hotels-residences/frankfurt/flemings-hotel-frankfurt-hamburger-allee/hotel
Single room from about € 86,00 incl. breakfast, rates at request

Hotel Corona Garni GmbH
Hamburger Allee 48, 60486 Frankfurt a. M., phone: +49 (0) 69 - 77 9077, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, http://www.hotel-corona.de/
Single room from € 69,00; Double room: € 89,00, rates per night/room, incl. breakfast

Novum Hotel Imperial Frankfurt
Sophienstraße 40, 60487 Frankfurt a. M., phone: +49 (0) 69 - 719 158 80, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, https://www.novum-hotels.com/hotel-imperial-frankfurt
Single room from € 46,00, Double room from € 54,00, rates per night/room, excl. breakfast; 1 breakfast € 10,90 - 12,90

aCasa Bed&Breakfast Gästehaus
Varrentrappstr. 49, 60486 Frankfurt a. M., phone: +49 (0) 69 - 97 98 88 21, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, http://www.hotel-acasa.de/
Single room from € 59,00, Double room from € 79,00, Weekend: Single room from € 49,00, rates per night/room, excl. breakfast; 1 breakfast € 6,00 - 9,00


Hostels

Youth hostel "Haus der Jugend" (DJH)
Deutschherrnufer 12, 60594 Frankfurt a. M., phone: +49 (0) 69 - 6100 150, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, http://www.jugendherberge-frankfurt.de/en/sleeping/prices/
Dorm from € 20,00, Single room € 43,00, rates per Person for DJH/HI-members, non-members € 3,50 extra per night, incl. breakfast

Frankfurt Hostel
Kaiserstr. 74, 60329 Frankfurt a. M., phone: +49 (0) 69 - 2475 130, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, http://www.frankfurt-hostel.com
Dorm from € 25,00, Single rooms available, rates per Person, incl. breakfast

 

         

 



Nachruf: Irenäus Eibl-Eibesfeldt, Begründer der Humanethologie und des humanethologischen Filmarchivs ist gestorben*

Zwei schwergewichtige, aus einer beeindruckenden Menge an Publikationen und eigener Forschung klug synthetisierte, in viele Sprachen übersetzte Lehrbücher, einige Bestseller, viele ebenfalls international bedeutsame Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften, wissenschaftliche Filme, Fernsehsendungen und das größte Filmarchiv der Welt mit ungestellten Szenen alltäglichen Sozialverhaltens sowie eine umfassende Sammlung der materiellen Kultur verschiedener traditionaler Gesellschaften bilden die eindrucksvolle Hinterlassenschaft von Irenäus Eibl-Eibesfeldt (EE), der am 2. Juni in seinem Haus in Starnberg-Söcking verstorben ist, zwei Wochen vor seinem 90. Geburtstag.

Sein Vater, der früh begann, ihn als Botaniker in die Geheimnisse des Lebendigen einzuführen, starb, als er 11 Jahre alt war. Mutter oder Vater zu verlieren, belastet die Seele von Kindern schwer, evolutionsbiologisch ist das leicht verständlich. Für den noch jungen Irenäus war der Verlust besonders traumatisch. In der Schule fehlte er nun oft, statt dem ihn langweilenden Frontalunterricht zu folgen, hielt er sich an Teichen, in Wiesen und Wäldern auf und schärfte seinen Blick für die kleinen Wunder der Natur. Sein Leben lang hat ihn das, neben anderen Fähigkeiten ausgezeichnet: er war ein begnadeter „Seher“, dazu einer, der das Geschaute in biologische, funktionale Sinnzusammenhänge bringen konnte, ein Titan der Synthese. Diese Kraft hat ihn befähigt, Strukturen und Details aus vielen Wissenschaftszweigen zusammenzuführen und eine interdisziplinäre, evolutionsbiologisch inspirierte Sicht der conditio humana zu entwickeln. Einige der Lehrpersonen müssen seine große Begabung erkannt haben, denn trotz seiner gerügten Abwesenheiten ermöglichten sie die weitere gymnasiale Ausbildung; er wurde an ein Internat versetzt. Als 15-Jähriger wurde er Flakhelfer, als 18-Jähriger begann er das Studium der Zoologie an der Universität Wien.

Konrad Lorenz, dem EE und seine spätere Frau Eleonore Siegel sich schon vor dem Krieg angeschlossen hatten, kam als einer der Spätheimkehrer 1948 aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück, in der er auf zurecht geschnittenem Zementsackpapier ein Lehrbuch der Tierethologie verfaßt hatte, gänzlich aus dem Gedächtnis ohne Zugang zu Literatur. In einer aufgelassenen Militärbaracke auf dem Wilhelminenberg bei Wien, wo Otto Koenig eine Gruppe ethologisch interessierter Studierender unterrichtete, hielt Lorenz verhaltensbiologische Vorlesungen und zog die jungen Leute in seinen Bann. Wolfgang Schleidt, Flakhelferkamerad und lebenslanger Freund von Irenäus und andere aus der Gruppe um Koenig hatten den Platz einfach besetzt, indem sie ein Schild „Wissenschaftliches Versuchsgelände“ aufstellten. Im Nachkriegschaos wurden damit Fakten geschaffen, die Station gibt es immer noch.

Im Jahre 1951 wurde Lorenz zum Leiter der Forschungsstelle für vergleichende Verhaltensforschung des Max-Planck-Instituts für Meeresforschung berufen, die übergangsweise im Wasserschloß  Buldern untergebracht wurde. Lorle und Renki, wie er von seinem Freunden genannt wurde, inzwischen verheiratet, Wolfgang Schleidt. Margaret Zimmer (später Schleidt), Beatrice Öhler (später Lorenz) waren im damaligen ersten Team, lebten und arbeiteten in der Kegelbahn und anderen Räumen des Schlosses, dessen Besitzer der körperlich und gesellschaftlich mächtige Graf Romberg war, ein trinkgewaltiger Westfale. 1957 erging der Ruf an Erich von Holst, zusammen mit Konrad Lorenz das Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie in Seewiesen zu gründen. EE und die anderen blieben bei Lorenz. Es war die große Zeit des Siegeszugs der sich entwickelnden Ethologie, deren evolutionsbiologische Basis den vor allem in den USA von Skinner und anderen entwickelten Behaviorismus als primäres Erklärungsmodell für die Steuerung tierischen Verhaltens in Frage stellte und partiell ablöste. Konrad Lorenz erhielt 1973 den Nobelpreis für seine Arbeiten zur Prägung.

Hans Hass, einer der Begründer der marinen Biologie und Pionier des Apparatetauchens, lud EE ein, als Mitglied des wissenschaftlichen Teams die ausgedehnten Forschungsreisen auf der „Xarifa“ mitzumachen. Die Landratte Irenäus entwickelte sich zum perfekten Taucher und zum Entdecker wichtiger Lebensvorgänge unter Wasser. So beschrieb er die Symbiose zwischen Putzerfischen und den Geputzten, die sich gern Parasiten und abgeschilferte Schuppen entfernen lassen, sowie viele andere biologisch interessante Anpassungen der Tiere an ihre Umwelt. Mit ihm zu schnorcheln, etwa im Riff des Trobriand Dorfes Tauwema, in dem wir 1979 ein Forschungsprojekt begannen, war ein Erlebnis. Er kannte alle Lebewesen in diesem bunten Gewimmel und konnte ihr Mit- und Gegeneinander packend erklären. Ohne Zweifel hätte er sich an einer der führenden Universitäten des In- und Auslandes als Ordinarius für marine Biologie bestens etabliert.

EE erarbeitete sich schnell einen Platz in der vorderen Reihe der Ethologie. Seine scharfen, unvoreingenommenen Beobachtungen belegten z.B., daß unerfahrene Ratten instinktiv gesteuerte Verhaltensweisen des Nestbaus an den Tag legten, daß Spielverhalten bei Säugetieren, mittels dessen neue Verhaltensweisen ausprobiert werden können, nur durch die evolutionär bedeutende Möglichkeit der Abkopplung von biologischen Primärantrieben zustande kommen kann, er erklärte, auch in einer Art Ergänzungsthese der Lorenzschen Sicht der Aggression, die typisch menschliche Liebe zwischen erwachsenen Individuen als eine Weiterentwicklung der individuellen Bindung, die im Laufe der Brutpflege zwischen Eltern und Jungen entstanden war - eine „Sternstunde der Evolution“, wie er richtig schrieb. Schon 1967 erschien bei Piper in München das Lehrbuch der Tierethologie, über 500 Seiten stark, der „Grundriß der vergleichenden Verhaltensforschung“, es erlebte viele Auflagen, die zumeist, typisch für sein rastloses Streben nach Erkenntnis, die neuen Entwicklungen aufnahmen. Wir nennen es das „Alte Testament“, denn 1984 erschien das zweite große Werk, „Die Biologie des menschlichen Verhaltens. Grundriß der Humanethologie“, knapp 1.000 Seiten, wieder bei Piper, das „Neue Testament“. In Fachkreisen begründeten diese Werke seinen Ruf als einer der weltweit führenden Evolutionsbiologen. Eine seiner meistbeachteten Studien war die Dokumentation des non-verbalen Verhaltens bei Kindern, die infolge von Röteln-Infektionen der Mütter während der Schwangerschaft blind und taub geboren worden waren. Bereits Darwin hatte vom Leiter eines Heims für blinde Kinder Informationen darüber eingeholt, ob diese Kinder eine sehenden Kindern ähnliche oder identische Mimik aufwiesen. Die von EE gefilmten Kinder lebten in ständiger Nacht und Stille, konnten also keine visuellen und keine akustischen Informationen über die mimischen Signale der Menschen um sie herum empfangen. Die Filmdokumente belegten eindrucksvoll, daß die Kinder genau so lächelten, Verzweiflung und Trauer ausdrückten wie sehende Kinder. Die Folgerung war evident: Diese basalen Emotionen aus dem limbischen System des Gehirns werden über Nervenbahnen an die feine mimische Muskulatur des Gesichts gemeldet und führen dort zu den weltweit typischen Mustern der Freude, der Trauer, der Verzweiflung, des Ekels, der Wut etc. Es handelt sich um ein angeborenes System, das ohne „input“ von außen funktioniert, das heißt es ist lern- und kulturunabhängig.

Beraten und begleitet von seinem väterlichen Freund Hans Hass begann EEs neue Karriere als Humanethologe. Die beiden Biologen erkannten, daß das Verhalten der Menschen in ganz unterschiedlichen Gegenden der Welt erstaunlich ähnlich war. Ein ökologisch orientierter Forschungszugang konnte diese Universalien nicht erklären. Charles Darwin hatte schon versucht, seinen Ausführungen in dem bahnbrechenden Werk von 1872 „The Expression of  the Emotions in Man and Animals“ kulturenvergleichende Daten zu Grunde zu legen, indem er Regierungsbeamte im damals globalen English Empire, Missionare und andere Ortskundige per Fragebogen über die in den jeweiligen Kulturen übliche Verhaltensweisen Auskunft geben ließ. Interkontinentalflüge und eine von Hass und EE entwickelte Spiegeloptik, die zunächst unbemerktes filmisches Dokumentieren erlaubte, gaben der sich nun entwickelnden humanethologischen Feldforschung neue Impulse. Es entstand die Idee, ein Archiv ungestellten Verhaltens unserer Spezies aufzubauen. Filme vom Hausbau, vom Herstellen und Gebrauch von Werkzeugen etc. gab es genügend in den wissenschaftlichen Instituten. Aber wie Menschen im Alltag kommunizieren, wie Kinder miteinander, wie Ältere mit Kindern umgehen, welche subtilen Zeichen vom evolutionär entstandenen Signalapparat der Mimik gesendet und wie sie beantwortet werden, war weitgehend unbekannt. Fünf Modellkulturen wurden strategisch ausgesucht: die Yanomami (Jäger, Sammlerinnen, Gartenbauer) am Oberlauf des Orinoko in Venezuela, die San der Kalahari (Jäger,  Sammlerinnen) in Botswana und Namibia, die Himba (Rinderzüchter) in Namibia, die Eipo (Gartenbauer, Jäger, Sammlerinnen) im Hochland von West-Neuguinea, Indonesien und die Trobriander (Gartenbauer, Fischer und Nutzer mariner Ressourcen) auf der Insel Kaileuna in Papua Neuguinea.

EE wußte, daß er sich in das Terrain anderer Wissenschaften begab: die Ethnographie, die empirische Soziologie waren Disziplinen, die das Leben in Gesellschaften und Gruppen zum Thema hatten und Verhalten kulturabhängig begründeten. Nun kam ein Biologe mit der Arriflex in der Hand, Darwin, Lorenz und die anderen Väter der Ethologie im Kopf und begann, in ihren Vorgärten zu wildern, noch dazu Dinge zu Tage zu fördern, die bis dahin nicht beschrieben waren; z.B. den „Augengruß“, ein schnelles Heben der Augenbrauen als Zeichen eines „Ja“ zur sozialen Interaktion, die Juxtaposition von aggressiven (kriegerischen Gesten) und beschwichtigenden (Blumen streuende, tanzende Kinder) Elementen in der potentiell gefährlichen Begegnungssituationen zwischen Gruppen und vieles andere mehr. Alle Szenen wurden sehr sorgfältig protokolliert. Für die Modellkulturen bzw. Regionen suchte sich EE jüngere Kolleginnen und Kollegen, die der lokalen Sprache mächtig waren und die Gesellschaften aus eigener längerer Feldforschung gut kannten. So verbanden sich distanzierte Dokumentation mittels Filmkamera und ethnographische und linguistische Expertise. Eine gute Kombination.

Über Jahrzehnte wurden unwiederbringliche Dokumente des Lebens in verschiedenen Gesellschaften erarbeitet – sie haben allesamt einen zum Teil dramatischen Prozeß der Akkulturation durchgemacht. Oft unter schwierigen Bedingungen, wie sie typisch sind für die Feldforschung in den Tropen, Bedrohung durch Klima, Parasiten, Unfälle, ausfallende Flugzeugmotoren und Bruchlandung. EE nahm alle diese Strapazen mit nie nachlassendem Enthusiasmus auf sich, stundenlang an der Kamera, alles beobachtend und präzise protokollierend. Er wußte sehr wohl, daß er gemessen werden würde an der Methodik seiner Daten-basierend arbeitenden Kollegenschaft in der Tierethologie und von jener in den Geisteswissenachaften, deren Primat für die Erklärung des Menschen er störte. Der Mensch als eines der Tiere, „Vorprogrammierung“ durch evolutionär entstandene „Blaupausen“ im Gehirn, Kulturinvarianzen, nur bedingte Kulturspezifität... waren veritable Schreckgespenste in den 60-er und 70-er Jahren. Mittlerweile hat sich das Rad der Wissenschaftsgeschichte gedreht. Abgesehen vom postmodernen Dekonstruktivismus ganz in EE’s Richtung. Vieles was er und sein Team in der Forschungsstelle für Humanethologie der Max-Planck-Gesellschaft zunächst in Percha bei Starnberg, dann in Seewiesen, lange Jahre im Erlinger Schlößchen und dann wieder in Seewiesen erarbeitet und publiziert haben, auch über psychische und kognitive Eigenschaften des Homo sapiens kommt in diesen Tagen in neuem Gewande in wissenschaftlichen Journalen und der Presse zu Tage. Unsere Zeit ist kurzlebig. Moden wechseln, auch die Paradigmen für die Erklärung der Welt und des Menschen. Vieles, was von den frühen und den späteren Protagonisten der Evolutionsbiologie erkannt wurde, wird bleiben. Dazu gehören auch die vielen Entdeckungen, die EE gemacht und von denen er mit Enthusiasmus und Entdeckerfreude berichtet hat. Mit „Weltsprache Kunst“ hat er 2007 (zweite Auflage 2008) zusammen mit seiner kongenialen Kollegin Christa Sütterlin ein wegweisendes Werk über die evolutionären Grundlagen der visuellen Kommunikation publiziert. Es ist sein letztes opus magnum.

Der von E.O. Wilson begründeten Soziobiologie begegnete er mit Interesse, er erkannte die Vorzüge der auf genaue Hypothesenbildung, entsprechende Experimente und mathematische Analyse gegründeten Herangehensweise. Wie Kollegen z.B. in den Niederlanden, ebenfalls einer Hochburg der Ethologie, plädierte er für eine Synthese der beiden Herangehensweisen, der europäischen Tradition der reichhaltigen Dokumentation von „real life“-Verhalten und der angelsächsisch geprägten, weltweit rezipierten Soziobiologie und evolutionären Psychologie. Gruppenselektion konnte es nach dezidierter, auch in Seewiesen vertretener  soziobiologischer Meinung nicht geben. EE hielt daran fest, daß solche Entwicklungslinien in der Evolution vorgesehen und funktional seien. Mittlerweile haben E.O. Wilson und Bert Hölldobler, weltweit führende Soziobiologen, die Existenz von gruppenselektionistischen Prozessen beschrieben; für den Menschen zeigen z.B. die Arbeiten von Boyd und Richerson, daß auch diese Form evolutionär Bedeutung hat. EE’s tiefe Einsicht in die Prozesse des Lebendigen hatten ihm den richtigen Weg gewiesen und seine Rebellennatur hatte dafür gesorgt, daß seine Stimme nicht unterging. Seine Arbeiten werden gerade im Vereinigten Königreich und in den USA geschätzt. Er etablierte die Humanethologie in einem viel beachteten Target Artikel („Human Ethology: Concepts and implications for the sciences of man) in „Behavioral and Brain Sciences“ (1979); viele bedeutende Kolleginnen und Kollegen nahmen dazu Stellung, auch noch im nächsten Jahrgang der Zeitschrift; die meisten mit unterstützenden Ausführungen. Lange Jahre war er der Gründungspräsident der International Society for Human Ethology mit Sitz in den USA. Im eigenen Land erging es ihm ein wenig wie dem Propheten, dessen Stimme man draußen eher wahrnimmt als drinnen. Die Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft ernannte ihn 1992 zum Gründungsdirektor des „Instituts für Stadtforschung“, dessen Leitung vor Ort bis zur Schließung im Jahre 2009 Karl Grammer inne hatte.

Er mischte sich ein in die politischen Debatten. Das haben ihm manche nicht verziehen, die meinten, ein Biologe solle bei der Zoologie bleiben und nicht öffentlich über die Lebensbedingungen in der modernen Gesellschaft nachdenken. Er argumentierte, daß Vertreter anderer Wissenschaften sich ebenfalls zu Wort meldeten. Der intellektuelle Diskurs bedarf natürlich der Stimmen aus den unterschiedlichen Disziplinen. Sein Streitgespräch mit Heiner Geissler, auch ein sympathischer Querkopf wie er selbst, ist unvergessen. EE’s Hypothese, daß die Fremdenfurcht bei Erwachsenen eine Art Fortsetzung des Fremdelns bei Kleinkindern sei, ist bisher nicht verifiziert; möglicherweise wird das (oder eine Falsifikation) bei weiteren Fortschritten der Neurobiologie einmal möglich sein. Seine Warnung jedoch, daß die Aufnahme einer großen Zahl von Menschen aus anderen Kulturen eine Gesellschaft überfordere, daß Gemeinwesen nur auf der Basis von Solidarität funktionieren können, daß eine Mißachtung dieser biopsychischen Grundbedingungen eine Hinwendung der Bevölkerung zu rechtsradikalen Positionen führen werde, wurde damals von etlichen Seiten scharf kritisiert. Die heutige Situation bestätigt ihn mehr, als er es wohl vorausgesehen hat.

Das von EE begründete humanethologische Filmarchiv der Max-Planck-Gesellschaft ist inzwischen in die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung integriert worden. Ein Glücksfall. Es handelt sich um etwa 300 km Film (man muß über 40 Tage permanent schauen, bis man alles gesehen hat) vor allem aus den erwähnten fünf Modellgesellschaften, die über Jahrzehnte von ihm besucht wurden und z.T. auch heute noch, nach mehr als 40 Jahren, mit dem humanethologischen Team zusammenarbeiten – eine zeitliche Tiefe, die in anderen Langfristuntersuchungen nur selten erreicht wird. Die 16 mm Originale sind in hervorragendem Zustand und lagern im Archiv des Frankfurter Film-Instituts. Eine nach derzeitigem Standard suboptimal digitalisierte Version sowie ein digitaler Schlagwortkatalog liegen vor. Dieser wissenschaftliche Schatz wird in Zukunft der Forschung zugänglich gemacht. Die in den Filmdokumenten aufscheinende grundsätzliche Universalität menschlichen Wahrnehmens, Fühlens, Denkens und Verhaltens ist verbindendes Erbe unserer Spezies.

Eine vollständige Kopie der zahlreichen publizierten Filme aus der Kultur der Eipo wurde 2014 in das mit Mitteln des Auswärtigen Amtes und der indonesischen Regierung errichtete Kulturzentrum Eipomek integriert. Die Einheimischen hatten 2008, als wir dort auf einem Laptop zum ersten Mal zu ihrer großen Begeisterung einige der bei ihnen entstandenen Filme zeigten, gesagt: „Wißt Ihr, wir haben keine Geschichte, nichts Geschriebenes und keine Zeichnungen, Photos und Filme. Ihr habt alles gefilmt, photographiert und aufgeschrieben. Könnt Ihr uns Kopien geben?“ In dem Zentrum, das die architektonische Form der früher sakralen Männerhäuser hat, können sie nun die Publikationen, Bilder und Filme aus der Phase vor der Annahme des Christentums um 1980, auch neuere Dokumente, anschauen. Sie sind sehr stolz, daß sie als einzige kulturelle Gruppe der Bergpapua West-Neuguineas eine solche Institution haben: „Ein Baum braucht Wurzeln, sonst stürzt er um; wir wollen unsere Traditionen nicht verlieren. Zeigt auch Euren Leuten die Filme von uns“. Erste Schritte, das humanethologische Filmarchiv als UNESCO Weltdokumentenerbe anerkennen zu lassen, sind getan. Das Lebenswerk des Irenäus Eibl-Eibesfeldt würde so eine neue Dimension bekommen.

Wulf Schiefenhövel
Max-Planck-Institut für Ornithologie
Starnberg-Seewiesen

* Bei diesem Beitrag handelt es sich um eine überarbeitete und gekürzte Fassung der Version, die in der Naturwissenschaftlichen Rundschau publiziert werden wird

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